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Liebe Kolleginnen und Kollegen! Als frische Absolventin habe ich folgende Frage zum Berufseinstieg: Im Laufe des Studiums (an der Uni Heidelberg), wurden wir häufig angehalten uns aktiv an beratende Dolmetscher zu wenden. "Um bekannt zu geben, dass wir nun auf dem Markt sind" hieß es. Ich bin sehr froh über diese Möglichkeit, würde jedoch gerne, bevor ich damit anfange "Klinken zu putzen", euren Rat einholen, wie genau ich eine solche E-Mail, oder ein Telefongespräch mit den neuen Kollegen gestalten soll. Außer meine Sprachkombination und absolute Bereitschaft und Flexibilität kund zu tun. Was sind die Do's and Dont's? Wie direkt darf ich meine Dienste anbieten, ohne aufdringlich zu erscheinen? Soll ein Lebenslauf mitgeschickt werden? Vielen Dank im Voraus für eure Tipps.

asked 12 Dec '11, 18:35

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Vera
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edited 25 Jan '13, 08:56

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Liebe Vera,

auch ich habe mich vor einigen Jahren bei Kollegen und beratenden Dolmetschern vorgestellt. Ich glaube, hier gibt es keine allgemein geltenden Richtlinien, weil jeder eben anders ist. Der gesunde Menschenverstand hilft.

E-Mail oder Anruf?

Ich würde behaupten, dass ein kurzes Telefongespräch persönlicher und deswegen wirkungsvoller ist als eine E-Mail. Dennoch hatte ich die Erfahrung gemacht, dass einige Kollegen solche Anrufe für ziemlich störend empfinden. Andere hingehen waren sehr angetan. Bei Telefongesprächen würde ich also von vorne rein fragen, ob der Anruf gerade ungünstig ist: Guten Tag, mein Name ist so und so, Konferenzdolmetscher für die und die Sprache. Störe ich gerade? / Hätten Sie ein paar Minuten Zeit oder kann ich später anrufen?

Wie kann ich mich vorstellen?

Auf jeden Fall würde ich folgendes erwähnen:

  • Wann und wo ich meinen Abschluss gemacht habe.
  • Meine Arbeitssprachen.
  • Meinen Berufssitz (sinnvoll ist, zunächst einmal beratende Dolmetscher in deiner Region zu kontaktieren).
  • Erfahrung.
  • Mitgliedschaften in Berufsverbänden.

Was würde ich nicht erwähnen

  • "Absolute Bereitschaft und volle Flexibilität". Das ist m.E. selbstverständlich als Berufsanfänger. Man sollte aber auch nicht den Eindruck erwecken, dass man verzweifelt und bereit ist, unter allen möglichen (schlechten) Bedingungen zu arbeiten.
  • Sonstige irrelevante Nebeninfos (hier wieder mit gesundem Menschenverstand).

Welche Fragen kann ich stellen?

  • Bevor man fragt, würde ich empfehlen, richtig zuzuhören und die Fragen des Gesprächspartners kurz und knapp zu antworten (ohne Abschweifungen). Was der beratende Dolmetscher erzählt, wird i.d.R. wichtiger sein als das, was ich zu erzählen habe. Deswegen den Gesprächspartner ruhig reden lassen, ohne ihn zu unterbrechen. Danach evtl. Fragen stellen.
  • Würden Sie mir etwas Konkretes empfehlen?
  • An wen könnte ich mich noch wenden?
  • Darf ich Ihnen per E-Mail meinen Lebenslauf senden?

Netiquette bei E-Mails

  • Eine vernünftige E-Mail-Adresse. Kostenlose Dienstleistungen wie Gmail sind OK, aber keine Namen wie "StarTrek1987" oder "Sarita1985". Am Besten "Vorname.Name" "Vorname_Name" o.ä.
  • Personalisierte Nachricht (wenn möglich als Folge eines Anrufs). Keine Massennachrichten oder mehrere Empfänger.
  • Auf Rechtschreibung achten. Ggf. Nachricht in Word kopieren und dort prüfen, wenn das Nachrichtenprogramm keine Rechtschreibfunktion hat.
  • Es empfiehlt sich, den Lebenslauf als PDF-Datei zu versenden. Hier darauf achten, dass die Datei nicht zu groß wird (normalerweise unter 1 MB).
  • Eine vernünftige E-Mail-Signatur in jeder Nachricht z.B. Vorname Name, Titel und Sprachen, Adresse, Telefonnummern (Festnetz, Handy, Fax), evtl. Homepage, Mitgliedschaften.

Was würde ich nicht tun?

  • Ich würde den Kollegen nicht noch einmal anrufen, um nachzuhaken, es sei denn, er/sie hat ausdrücklich darum gebeten ("Rufen Sie mich bitte morgen / in einem Monat nochmals an").
  • Auf wiederholende E-Mails würde ich verzichten. Höchstens zu Weihnachten würde ich meine Grüße und Wünsche übermitteln.

Interessante Infos für den Berufseinstieg sind auch in dieser Frage zu finden.

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answered 22 Dec '11, 05:31

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73481533

edited 22 Dec '11, 19:01

Liebe Vera,

ehrlich gesagt, klicke ich die meisten Bewerbungsmails weg, ohne sie groß gelesen zu haben, weil sie oft nach Massenmails "riechen". Wenn ich aber merke, dass im Betreff etwas Persönliches steht, wie z.B. "Absolventin aus Heidelberg - darf ich Sie anrufen" o.ä., dann würde ich genauer lesen und ggf. einen Termin für ein Telefonat ausmachen.

Natürlich merke ich mir auch Namen von Absolventen, wenn sie mir von Kollegen genannt und empfohlen wurden, die an den verschiedenen Instituten unterrichten. Insofern würde ich wirklich die ehemaligen Dozenten um Schützenhilfe bitten. Sie kennen die beratenden Dolmetscher, die Berufsanfänger anständig behandeln und nehmen ggf. auch selbst mal den Hörer in die Hand, um diesen zu erzählen, dass eine Absolventin, auf die sie große Stücke halten, sich nun in der Stadt XY niederlassen will.

Ich wünsche Dir alles denkbar Gute und viel Freude an und Erfolg mit unserem Traumberuf!

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answered 05 May '12, 23:31

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AlmuteL
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question asked: 12 Dec '11, 18:35

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last updated: 05 May '12, 23:31

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