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In einem Professionalisierungsseminar ist eher beiläufig das Stichwort "Berufseinsteigerrabatt" gefallen. Was hat man sich darunter vorzustellen? Ist so etwas berufsethisch Vertretbar? Kann es z.B. sinnvoll sein, ein günstiges Angebot zu unterbreiten, wenn man als Berufseinsteiger endlich mal Erfahrung sammeln will? |
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Einen Rabatt anbieten: im Vergleich wozu? Und warum nur als Anfänger? Du kannst auf dem freien Markt Deine Leistung immer preisgünstiger oder teurer anbieten als jemand anderes. Wenn Du unbedingt billiger sein möchtest als ein Kollege, würde ich dem Kunden nicht unbedingt sagen, dass es daran liegt, dass Du blutiger Anfänger bist... Meinst Du einen Rabatt im Vergleich zu dem Honorar, das dem Kollegen, der mit Dir zusammen arbeiten wird, angeboten wird? Nach dem Motto: "Ihr Kollege ist erfahren, Sie sind Anfänger, also zahle ich Ihnen weniger?" Das hieße, dass ein Kunden weiss, dass Du Anfänger bist und dass er vermutet, dass Du weniger gut arbeitest (und dass er es sich leisten kann, Abstriche zu machen). Das könnte ein Trugschluss sein
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+1: Angela hat es bereits erwähnt: Auch bei einem gleichen Honorar gewähren Berufsanfänger automatisch eine Art "Rabatt", weil sie normalerweise für die Vorbereitung länger brauchen, und ihr Tageshonorar auf den Stundensatz heruntergerechnet (Einsatz- und Vorbereitungszeit) kleiner ausfällt als bei den "alten Hasen", die aufgrund ihrer Erfahrung i.d.R. weniger Vorbereitungszeit brauchen.
(27 Nov '11, 09:38)
Nacho ♦
Danke @Angela und @Nacho für die Antworten. Ich wusste selbst nicht recht, was ich mit dem Konzept anfangen sollte. Es beruhigt mich, dass ihr hier auch erst interpretieren müsst. Ich glaube, dass gemeint war, dass man erfahrene Kollegen bei der Ausschreibung mit einem niedrigeren Angebot aussticht, um überhaupt an Aufträge zu kommen. Leuchtet mir überhaupt nicht ein: Wie soll ich denn vom Kunden im Folgejahr ein nachhaltiges Honorar verlangen? Außerdem verscherzt man es sich wohl auch mit den Kollegen, wenn man mit unnachhaltigen Preisen unterbietet.
(27 Nov '11, 11:38)
Matt
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Ein weiteres Problem mit "Einsteigerrabatten" oder sonstigen eigentlich nicht rentablen Honoraren: Die Kunden empfehlen einen weiter, wenn sie zufrieden waren, und sehr wahrscheinlich mit Preisangabe. Man kommt dann in eine Schublade, aus der man sich nur sehr schwer wieder herausarbeiten kann. Das denke ich mir eben auch...
(07 Dec '11, 03:38)
Matt
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Ein Kollege hat mir, auf meine Frage bzgl. solcher "Anfängerrabatte" hin, folgenden Ratschlag unterbreitet: Sollte ich einen Rabatt gewähren, was ja meine eigene Entscheidung ist, muss dieser auf der Rechnung auch unbedingt als solcher erkennbar gemacht werden. Du gibst also den "Normalpreis" an, sowie die Höhe des gewährten Rabattes. Damit signalisierst du, dass es nicht die Regel ist und vermeidest in eine "Schublade" gesteckt zu werden, wie Oliver es ganz richtig bezeichnet hat. Wie du diesen begründest, ist allerdings eine andere Frage. Keineswegs würde ich es "Anfängerrabatt" betiteln. Ich finde den Vorschlag an sich durchaus plausibel. Was halten die Kollegen davon? |